Abschreibung oder AfA: Steuertipps für Unternehmer, Gründer, Freiberufler und Arbeitnehmer

In dieser Übersicht finden Sie Steuertipps zur Absetzung für Abnutzung (AfA), die auch "steuerliche Abschreibung" genannt wird (und nichts mit der betriebswirtschaftlichen Abschreibung zu tun hat). Hier stehen Artikel zur linearen AfA, degressiven AfA, Sonderabschreibung sowie zur Ansparabschreibung und zum Investitionsabzugsbetrag (letztere haben außerdem eine eigene Rubrik bei den Selbstständigen, weil nur sie diese Abschreibung nutzen dürfen).

Was ist die Absetzung für Abnutzung (AfA)?

Hintergrund: Wer für berufliche oder betriebliche Zwecke einen Computer, Pkw, Werkzeuge, ein Handy oder andere Wirtschaftsgüter anschafft oder herstellt, kann seine Ausgaben dafür Steuern mindernd geltend machen. Sie fallen bei betrieblicher Nutzung unter die Betriebsausgaben, bei beruflicher Nutzung unter die Werbungskosten.

Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) lassen sich im Jahr des Kaufs in einer Summe absetzen (ab 2018: bis 800 Euro ohne Umsatzsteuer/Mehrwertsteuer, bis 2017: bis 410 Euro ohne Umsatzsteuer/Mehrwertsteuer). Bei teureren Anschaffungen hingegen ist der Kaufpreis über die Nutzungsdauer von mehreren Jahren zu verteilen. Dieser anteilige Wert ist es, den Sie als jährliche AfA steuerlich geltend machen. Somit bildet die AfA den Wertverlust Ihrer Investitionen ab.

Wie hoch ist die AfA?

Welche Nutzungsdauer für welche Wirtschaftsgüter gilt und wie hoch die jährliche AfA ist, steht in unserer aktuellen amtlichen AfA-Tabelle, welche auf den Tabellen des Bundesfinanzministeriums (BMF) fußt. Sie können auch den Steuer-Rechner für die lineare AfA nutzen.

Beispiel: Sie haben 2015 ein Notebook gekauft, das Sie fast ausschließlich beruflich nutzten. Der Kaufpreis betrug 1.200 Euro. Aus der AfA-Tabelle haben Sie erfahren, dass Computer steuerlich über 3 Jahre abgeschrieben werden. Das heißt, Sie dürfen für jedes Jahr ab Anschaffung jeweils ein Drittel des Kaufpreises steuerlich geltend machen, im Beispielfall also jährlich 400 Euro. Ergebnis:

  • Als Arbeitnehmer machen Sie in Ihren Steuererklärungen 2015, 2016 und 2017 jeweils 400 Euro für den Kauf Ihres neuen Rechners als Werbungskosten geltend.
  • Als nicht vorsteuerabzugsberechtigter Selbstständiger verbuchen Sie für die selben Jahre je 400 Euro als Betriebsausgaben (genauer: als Abschreibung) in Ihrer Bilanz oder Einnahmeüberschussrechnung (EÜR).
  • Als vorsteuerabzugsberechtigter Selbstständiger rechnen Sie die Vorsteuer aus dem Kaufpreis heraus: 1.200 Euro / 1,19 = 1.008,40 Euro. Diesen Nettobetrag verteilen Sie auf die 3-jährige Nutzung und verbuchen jedes Jahr 336,13 Euro als Betriebsausgaben (Abschreibung) in Ihrer Bilanz oder EÜR.

Was tun, wenn ich ein Gerät früher austausche, als die AfA-Tabelle vorsieht?

Die tatsächliche Nutzungsdauer einzelner Wirtschaftsgüter kann kürzer sein, als in der AfA-Tabelle angegeben. Zum Beispiel, weil Sie die Maschine im Mehrschichtbetrieb besonders häufig nutzen. Oder weil die Technik schneller fortschreitet, als das BMF in der AfA-Tabelle annimmt. Gerade bei Computern, Smartphones und Tablets ist dies häufig der Fall. Wenn Sie Ihren erhöhten Bedarf gegenüber dem Finanzamt glaubhaft machen, dürfen Sie die kürzere Nutzungsdauer ansetzen.

Fragen Sie im Zweifelsfall einen Steuerberater oder Fachanwalt für Steuerrecht – jetzt online oder per Telefon

Wenn Sie unsicher sind, welche AfA für ein Wirtschaftsgut gilt und ob Sie die Abschreibung korrekt berechnet haben, fragen Sie einen Steuerberater oder Fachanwalt für Steuerrecht um Rat. Jetzt sofort  - online oder per Telefon.

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