Einkommensteuererklärung

In der Einkommensteuererklärung müssen Sie sämtliche Einkünfte angeben, die Sie während eines Kalenderjahres erzielt haben. Seit 2019 haben Sie für die Steuererklärung zwei Monate mehr Zeit und müssen diese grundsätzlich bis zum 31. Juli des Folgejahres bei dem für Sie zuständigen Finanzamt einreichen. Wenn Sie dem Finanzamt Einnahmen vorenthalten, können Sie sich der Steuerhinterziehung strafbar machen. Viele Steuerzahler müssen, alle anderen sollten eine Steuererklärung abgeben. Denn es lohnt sich.

Beispiel: 2011 erhielten 11,5 Millionen Steuerpflichtige bei ihrer Einkommensteuerveranlagung eine durchschnittliche Steuererstattung von 875 Euro, wie das Statistische Bundesamt bekannt gab. Besonders häufig waren Erstattungen zwischen 100 und 1.000 Euro (62 Prozent). Bei rund 10 Prozent der Steuerzahler fiel die Rückzahlung geringer als 100 Euro aus. Beträge über 5.000 Euro erstatteten die Finanzämter in 1 Prozent der Fälle. 1,5 Millionen Steuerpflichtige mussten Geld an das Finanzamt nachzahlen - der durchschnittliche Betrag lag bei 954 Euro.

Rechnen Sie hier für sich persönlich aus, wie viel Steuern Sie durch die Abgabe einer Einkommensteuererklärung sparen.

Wann die Einkommensteuererklärung fällig ist

Die Frist zur Abgabe der Einkommensteuererklärung endet ab 2019 grundsätzlich 7 Monate nach Ende des jeweiligen Wirtschaftsjahrs, also stets am 31. Juli, 24 Uhr des Folgejahrs. Beispiel: Ihre Einkommensteuererklärung 2018 muss spätestens am 31. Juli 2019 in dem für Sie zuständigen Finanzamt im Briefkasten liegen. An Wochenenden, Sonntagen und bundeseinheitlichen Feiertagen verschiebt sich diese Frist auf den nächsten Werktag.

Wenn Sie einen Steuerberater, Fachanwalt für Steuerrecht oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragen, muss Ihre Einkommensteuererklärung sogar erst am 28. Februar des darauffolgenden Jahres auf dem Schreibtisch Ihres Sachbearbeiters im Finanzamt liegen. Ihre 2018er Einkommensteuererklärung also am 29. Februar 2020 (wegen dem Schaltjahr).

Auf folgender Unterseite lesen Sie ausführliche Details zur Abgabefrist und wie Sie trotz der längeren Abgabefristen zusätzlich eine Fristverlängerung für die Abgabe Ihrer Einkommensteuererklärung bekommen.

Wie Sie Ihre Steuererklärung ausfüllen

Für Ihre Einkommensteuererklärung müssen Sie die amtlichen Formulare ausfüllen. Ob per Hand, Computer oder Schreibmaschine, spielt keine Rolle. Sie dürfen die Formulare auch online oder über eine Steuererklärungssoftware ausfüllen. Auf folgender Unterseite steht, welche Steuer-Formulare Sie wofür brauchen und woher Sie sie bekommen.

Mit einem Steuererklärungsprogramm und dem ELSTER-Dienst der Finanzverwaltung senden Sie Ihre Steuererklärung online ein. Danach drucken Sie die "komprimierte Steuererklärung", unterschreiben sie und schicken sie per Post an das für Sie zuständige Finanzamt. Beim ELSTER-Versand mit digitaler Unterschrift entfällt auch dieser Umweg.

Möglichkeit 1: Gedruckte Steuerformulare

Sie erhalten die gedruckten Steuerformulare bei vielen Stadtverwaltungen und in allen Finanzämtern.

Vorteile:

  • Kostenlos erhältlich.
  • Keine technischen Geräte zum Bearbeiten erforderlich.

Nachteile:

  • Zeitaufwändig zu besorgen, da die Finanzämter keine Formulare mehr verschicken.
  • Die Formulare lassen sich nur handschriftlich (oder mit einer Schreibmaschine) ausfüllen.
  • Keine Steuertipps und keine automatische Prüfung auf Rechenfehler und Sinnhaftigkeit.

Möglichkeit 2: Elektronische Steuerformulare

Im Internet finden Sie verschiedene Anbieter der elektronischen Steuerformulare. Sie können diese PDF-Formulare am Computer ausfüllen, speichern und drucken.

Auf Nummer Sicher gehen Sie, wenn Sie den offiziellen Formularserver des Bundesfinanzministeriums im Internet nutzen. Auf dieser Internetseite finden Sie alle Steuerformulare zum Ausfüllen und Drucken an Ihrem Computer. Eine direkte elektronische Übermittlung an die Finanzverwaltung ist nicht möglich. Sie müssen die Formulare ausfüllen, drucken und zuschicken oder eigenhändig in den Briefkasten Ihres Finanzamts werfen.

Vorteile:

  • Sie können die Steuerformulare direkt am PC ausfüllen und danach ausdrucken.
  • Sie können die bearbeiteten Formulare auf Ihrem PC speichern und in mehreren Etappen bearbeiten.

Nachteile:

  • PC und Drucker müssen vorhanden sein.
  • Keine elektronische Übermittlung der Formulare an das Finanzamt möglich.
  • Eingeschränkte Hilfefunktion.
  • Keine Steuertipps und keine Plausibilitätsprüfung.

Möglichkeit 3: ELSTEROnline

Mit der kostenlosen Software "ELSTEROnline" ist die elektronische Übertragung der ausgefüllten Steuerformulare an die Finanzverwaltung möglich. Es handelt sich hier um das offizielle Programm der Steuerverwaltung von Bund und Ländern.

Sie können mit diesem Computerprogramm Ihre Einkommensteuererklärung am PC ausfüllen und die Daten anschließend verschlüsselt per Internet an die Steuerverwaltung übermitteln. Hier bekommen Sie das Elster-Originalprogramm. Es gibt diese Software auch auf CD-ROM kostenlos bei jedem Finanzamt.

Vorteile:

  • Sie können die Steuerformulare direkt am PC ausfüllen.
  • Sie können die bearbeiteten Formulare auf Ihrem PC speichern und in mehreren Etappen bearbeiten.
  • Sie können Ihre Einkommensteuererklärung online an das Finanzamt übermitteln.

Nachteile:

  • Umständliche Anmeldeprozedur. Zur Registrierung im ELSTEROnline-Portal benötigen Sie Ihre Steuer-Identifikationsnummer oder die Steuernummer einer Organisation (zum Beispiel Firma, Verein, Institution, etc.) und eine E-Mail-Adresse.
  • Sie müssen zusätzlich eine "komprimierte Steuererklärung" ausdrucken, unterschreiben und an das zuständige Finanzamt schicken. Nur beim ELSTER-Onlineversand mit digitaler Unterschrift entfällt dieser Schritt.
  • Nur ELSTERBasis ist kostenlos. Für die "elektronische Unterschrift" mit Sicherheitsstick oder Signaturkarte fallen zusätzliche Kosten von 44,99 bis 150 Euro an.
  • Steuertipps und detaillierte Erklärungen zum Ausfüllen gibt es bei diesem offiziellen Programm der Finanzverwaltung nicht.
  • Sehr verwirrende Plausibilitätsprüfung vor der Online-Übertragung. Selbst Steuer-Schutzbrief-Chefredakteur und Herausgeber Lutz Schumann verzweifelt daran jedes Jahr aufs Neue.

Möglichkeit 4: Steuer-Software

Im Handel gibt es zahlreiche Computerprogramme, die Sie durch die Erstellung Ihrer Einkommensteuererklärung leiten, dabei Fragen stellen, Steuer-Tipps geben, weitere Daten importieren (zum Beispiel Reisekostenabrechnung) und eine fertige Steuererklärung erstellen.

Vorteile:

  • Die Softwares helfen beim Ausfüllen und geben umfangreiche Steuertipps.
  • Ausdruck und Online-Übertragung der Steuererklärung möglich.
  • Automatische Plausibilitätsprüfung und Hinweise auf fehlende Eintragungen.
  • Datenimport aus anderen Softwares und Apps.

Nachteile:

  • Oft unüberschaubare Programmvielfalt.
  • Programme erfordern Einarbeitungszeit.
  • Es entstehen zusätzliche Kosten, je nach Programm entweder einmalig oder laufend.

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