Juni-Frist läuft ab: Teurer Hauskauf in Brandenburg

vom 12. Juni 2015 (aktualisiert am 29. Juli 2015)
Von: Carsten Wegner

Das Bundesland Brandenburg erhöht ab 1. Juli 2015 die Grunderwerbsteuer von 5 auf 6,5 Prozent. Diese Erhöhung um 1,5 Punkte bedeutet bei einer 200.000-Euro-Immobilie eine Verteuerung um 3.000 Euro allein durch die Grunderwerbsteuer.

Wer sich also mit dem Kauf von Haus, Wohnung oder reinem Grundstück zu viel Zeit lässt, macht damit seinen finanziellen Vorteil durch die derzeit niedrigen Zinsen zunichte - und muss zudem womöglich einen höheren Kredit aufnehmen. Ein zusätzliches Problem dabei ist, dass die 3.000 Euro Steuern im Beispielfall weg sind, also nicht in die Immobilie fließen und damit auch nicht auf die Sicherheit des Kredits angerechnet werden.

Die Steuererhöhung kann auch den Verkäufer der Immobilie treffen. Zwar vereinbaren die beiden Vertragsparteien meist, dass der Käufer die Grunderwerbsteuer übernimmt. Doch falls dieser aus welchen Gründen auch immer nicht rechtzeitig zahlt, wendet sich das Finanzamt an den Verkäufer. Dieser muss die Grunderwerbsteuer vorleisten und sich das Geld vom Käufer zurückholen. Mit einem Kaufvertrag vor dem 1. Juli 2015 entschärft also auch der Verkäufer die Gefahr einer Grunderwerbsteuerschuld.

Sie umgehen die Steigerung dieser Immobiliensteuer, indem Sie den notariellen Kaufvertrag bis spätestens 30. Juni 2015 unterschreiben. Sie verringern Ihre Steuerlast außerdem, indem Sie bestimmte Extras aus dem Kaufvertrag für Haus oder Wohnung herausrechnen. Wie das rechtssicher geht, lesen Sie in unserem Ratgeber "Grunderwerbsteuer sparen". Holen Sie zur Sicherheit den fachlichen Rat eines Steuerberaters ein (das ist auch online oder telefonisch möglich).

Ein weiteres Sparpotenzial steckt in den Krediten für den Hausbau: Die Banken verlangen unterschiedlich hohe Zinsen. Daher lohnt es sich, diese so genannten Bauzinsen zu vergleichen. Wie diese Tabelle zeigt, beträgt der Unterschied zwischen Platz 1 und 10 der Kreditanbieter 0,67 Prozentpunkte. Am Beispiel eines 200.000-Euro-Kredits für das neue Haus ergibt das einen Unterschied von 1.340 Euro Zinsen pro Jahr (letzter Zeitpunkt dieser Abfrage: 25. Juni 2015).

Übrigens: In Bayern und Sachsen liegt der Grunderwerbsteuersatz noch immer bei den ursprünglichen 3,5 Prozent vom Kaufpreis. Wer nach dem 1. Juli richtig sparen will, sucht sich also dort ein neues Heim. Brandenburg hingegen gehört mit 6,5 Prozent zur deutschlandweiten Spitzengruppe (neben Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig-Holstein).


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