Besserverdienenden droht Ungemach vom Fiskus

vom 19. November 2006 (aktualisiert am 17. September 2017)
Von: Lutz Schumann

Liebe Leserin, Lieber Leser,

der Bundesrechnungshof kritisiert in seinem diesjährigen Bericht die Prüfungspolitik der Finanzämter: Gerade einmal 15 Prozent aller Einkommensmillionäre würden von den Finanzämtern regelmäßig überprüft – und das, obwohl laut interner Dienstanweisung mindestens 80 Prozent der Steuererklärungen von Spitzenverdienern mit Einkommen von mehr als 500.000 Euro penibel unter die Lupe genommen werden sollen.

Dabei lohne sich der intensive Check, sagt der Rechnungshof-Präsident Dieter Engels. Denn: Komme es zu einer genauen Durchsicht der Einkommensteuererklärungen von Einkommensmillionären, stelle sich fast immer heraus, dass zu wenig Steuern gezahlt worden seien. Nachzahlungen von durchschnittlich 135.000 Euro sind die Folge.

Zudem gebe es zwischen den Bundesländern erhebliche Unterschiede bei der Prüfung – ein Land prüfe jährlich 60 Prozent der Einkommensmillionäre, ein anderes nur rund 10 Prozent. Der Rechnungshof forderte das Bundesfinanzministerium auf, bei den Ländern auf eine deutlich höhere und einheitliche Prüfquote zu drängen.

Es steht daher zu befürchten, dass den Spitzenverdienern in den nächsten Jahren der Wind mächtig ins Gesicht blasen wird. Nach internen Informationen haben zahlreiche Finanzämter nach der Schelte der Rechnungsprüfer Einkommensmillionäre zum Prüfungsschwerpunkt des Jahres 2007 gemacht.

Übrigens: Der Fiskus will im nächsten Jahr auch die Umsatzsteuer-Sonderprüfungen drastisch ausweiten. Denn auch in diesem Bereich musste die deutsche Finanzverwaltung mächtig Schläge vom Rechnungshof einstecken.

Die Kritik: Jedes Jahr würden im Bundesdurchschnitt gerade einmal 2 Prozent aller Unternehmen einer Umsatzsteuer-Sonderprüfung unterzogen. Das bedeute, dass ein Unternehmen statistisch gesehen nur einmal in 50 Jahren mit einer solchen Prüfung rechnen müsse, kritisierte der Rechnungshof. Auch hier drohen in naher Zukunft öfter (unangemeldete) Besuche des Fiskus.

Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Restwochenende und einen erfolgreichen Start in die neue Woche. Herzlichst, Ihr

Unterschrift Lutz Schumann

Lutz Schumann
Chefredakteur


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