Steuersparmodell: Arbeitszimmer im Gartenhaus

vom 10. August 2010 (aktualisiert am 14. Juni 2017)
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Von: Lutz Schumann
Mit diesem Gartenhaus-Arbeitszimmer mitten im Grünen hat Lutz Schumann, der Autor dieses Artikels, über 10 Jahre lang Steuern gespart.

Mit diesem Gartenhaus-Arbeitszimmer mitten im Grünen hat Lutz Schumann, der Autor dieses Artikels, über 10 Jahre lang Steuern gespart.

Bessere Abschreibung, weniger Streit mit dem Finanzamt, Steuerfalle "stille Reserve" umgehen - wer sein Arbeitszimmer in den Garten verlegt, löst mehrere Steuerprobleme auf einmal und spart tausende Euro. Das Gartenhaus-Steuersparmodell hilft sowohl Arbeitnehmern als auch Selbstständigen. Sie setzen sämtliche Kosten für Kauf, Kiesbett, Einrichtung, Heizung etc. als Steuern sparende Werbungskosten oder Betriebsausgaben ab.

Die Vorteile des Gartenhaus-Modells:

  • Das Arbeitszimmer im Garten gilt nicht mehr als häusliches Arbeitszimmer, sondern als aushäusiges, auch "außerhäusig" genannt. Dadurch stellen sich viele kritische Fragen des Finanzamts gar nicht mehr. Zum Beispiel nach dem Berufsmittelpunkt oder danach, ob der Arbeitnehmer in seiner Firma wirklich über keinen Schreibtisch verfügt.
  • Das Gartenhaus gilt nicht als Immobilie, sondern als bewegliches Wirtschaftsgut. Es entstehen keine stillen Reserven, die der Selbstständige in späteren Jahren teuer versteuern müsste. Denn das Gartenhaus gewinnt nicht an Wert, es verliert. Das Sparpotenzial beträgt über 10.000 Euro, wie eine Beispielrechnung hinter dem soeben genannten Link zeigt.
  • Da es sich bei der Blockhütte um ein bewegliches Wirtschaftsgut handelt, lässt sich der Kaufpreis 16 Jahre lang mit 6,25 Prozent pro Jahr abschreiben. Selbstständige erhalten je nach Betriebsgröße zudem die 20-prozentige Sonderabschreibung. Zum Vergleich: Bei einem häuslichen Arbeitszimmer beträgt der Abschreibungssatz für den anteiligen Immobilienwert (ohne Grundstück) für Arbeitnehmer und Selbstständige 2,5 Prozent über 40 Jahre.
  • Umsatzsteuerpflichtige Selbstständige erhalten zudem die im Kaufpreis enthaltenen 19 Prozent Mehrwertsteuer (sogenannter Vorsteuerabzug) zurück.

Steuer-Tipp: Ob sich eine Gartenhütte als aushäusiges Arbeitszimmer für Sie lohnt, sollten Sie von einem Steuerberater durchrechnen lassen. Da es um mehr als 1.000 Euro gehen kann, wäre das Honorar gut angelegt. Hier lesen Sie, wie Sie einen Steuerberater online oder telefonisch fragen.

So funktioniert das Gartenhaus-Arbeitszimmer in der Praxis

Um Probleme mit dem Finanzamt zu vermeiden, sollte das Gartenhaus also frei auf dem Grundstück stehen und nicht ans Haus angrenzen. Es muss zum Arbeiten eingerichtet sein und sollte keinerlei Gartengeräte enthalten. Eine Privatnutzung ist höchstens zu 10 Prozent erlaubt. Sicherer ist es, ganz darauf zu verzichten.

Damit die Blockhütte das gesamte Jahr über zum Arbeiten taugt und dem Finanzamt keine unnötige Angriffsfläche bietet, sollte sie ausreichend wärmegedämmt sein. Mit 12,5-Zentimeter-Bohlen, einer zusätzlichen Isolierung und einer (Elektro-)Heizung wird das Gartenhaus selbst bei extremen Minusgraden bewohnbar. Nutzbare Grundfläche: 12 bis 20 Quadratmeter - bei Bedarf mehr.

Extra-Tipp: Wer unter einer bestimmten Höchstgröße bleibt, braucht keine Baugenehmigung (etwa 15 Quadratmeter, von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich).

Übrigens: Lutz Schumann, der Herausgeber des Steuer-Schutzbriefs, nutzt dieses Modell seit 1995 selbst. Zunächst, weil er nach der Geburt seines Sohns das damalige Arbeitszimmer zum Kinderzimmer umgestaltete. Heute ist in dem Gartenhaus ein zusätzliches Archiv untergebracht. Es ist vollständig abgeschrieben (damals kürzere Dauer), Probleme mit dem Finanzamt gab es nie.

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Wann das Steuersparmodell "Arbeitszimmer im Gartenhaus" scheitert

Das Finanzgericht des Saarlandes verweigerte 1993 den Werbungskostenabzug für ein Gartenhaus wegen zu hoher privater Mitnutzung (Aktenzeichen: 1 K 181/92). Allerdings hatte der Steuerzahler dem Finanzamt eine reine Gartenlaube präsentiert: mit verschiedenen Gartengeräten, rustikalem Holztisch und keinerlei Arbeitszimmer-Atmosphäre.

Der Bundesfinanzhof (BFH) fällte in einem anderen Zusammenhang ein Negativurteil, welches ein eifriger Finanzbeamter theoretisch auch auf das Gartenhaus-Arbeitszimmer anwenden könnte. Hier ging es um einen Anbau eines Einfamilienhauses, das nicht von innen zugänglich war, sondern nur über einen gesonderten Eingang durch den Garten. Der BFH entschied, dass es sich hierbei dennoch um ein häusliches Arbeitszimmer handelt, nicht um ein aushäusiges (Aktenzeichen: VI R 164/00). Es besteht also ein gewisses Restrisiko, dass das Finanzamt dieses Urteil auf freistehende Blockhäuser überträgt. Dann wären ein Einspruch gegen den Steuerbescheid und gegebenenfalls eine Klage vorm Finanzgericht nötig.

Steuerfalle: Verzichten Sie beim Bau Ihres Gartenhauses auf ein Betonfundament. Denn dadurch könnte es als Immobilie gelten und seine Vorteile als bewegliches Wirtschaftsgut verlieren. Ein verfestigtes Kiesbett genügt. Darauf steht die Arbeitszimmer-Blockhütte trotzdem fest und sicher.


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