Firmenwagen: Ein-Prozent-Methode gilt auch bei Nutzungsentgelt

vom 15. Juni 2007 (aktualisiert am 14. Februar 2012)
Von: Lutz Schumann

Die teure Ein-Prozent-Methode lässt sich nicht dadurch umgehen, dass der Firmenwagenfahrer für die Privatnutzung ein Nutzungsentgelt an seinen Arbeitgeber zahlt, entschied der Bundesfinanzhof (BFH, Aktenzeichen VI R 95/04). Darf ein Firmenwagen auch privat genutzt werden, muss der Fahrer diesen geldwerten Vorteil versteuern. Zwei Methoden sind zulässig:

1. Alternative: Die teure Ein-Prozent-Methode, nach der jeden Monat 1 Prozent des Listenpreises zuzüglich Sonderausstattung und Umsatzsteuer Ihrem Gehalt zugeschlagen werden, also 12 Prozent pro Jahr. Hinzu kommen 0,03 Prozent des Listenpreises zuzüglich Sonderausstattung und Umsatzsteuer für jeden Entfernungskilometer zwischen Wohnort und Arbeitsplatz.

2. Alternative: Das Fahrtenbuch, in das der Fahrer jeden beruflich zurückgelegten Kilometer akribisch einträgt, um den genauen Anteil der privaten Kosten zu ermitteln.

Im entschiedenen Fall vor dem BFH hatten der Firmenwagenfahrer und sein Arbeitgeber für jeden Privatkilometer ein Nutzungsentgelt (Kilometerpauschale) vereinbart, das sich an den durchschnittlichen Kosten dieses Autotyps orientierte. Sie wendeten nicht die Ein-Prozent-Methode an.

Doch die BFH-Richter entschieden anders: Es ist vorgeschrieben, die Ein-Prozent-Regeleung anzuwenden. Diese Vorschrift lässt sich nicht durch ein Nutzungsentgelt vermeiden, selbst wenn die Höhe dieses Entgelts angemessen ist.

Steuer-Tipp: Zahlt der Firmenwagenfahrer Nutzungsentgelte, muss der Arbeitgeber diese von den pauschal ermittelten Steuerwerten, also vom errechneten Lohnzufluss, abziehen.


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