Kinderfreibetrag - Steuertipps für die Familie

In Deutschland gibt es Steuerfreibeträge für Eltern, deren Kind(er) bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Zum Beispiel dürfen die Kinder nicht zu alt sein oder zu viel eigenes Geld verdienen. Die Voraussetzungen für diese Freibeträge sind die selben wie fürs Kindergeld. Das Finanzamt wendet die Freibeträge bei der Einkommensteuer an. Dadurch sinkt das zu versteuernde Einkommen der Eltern.

Eltern bekommen aber nur eines von beiden: Kindergeld oder Kinderfreibetrag. Das Finanzamt berechnet nach Jahresende, welche der beiden staatlichen Unterstützungen mehr Geld für die Eltern einbringt. Faustregel: Je höher das Einkommen der Eltern ist, desto wertvoller ist der Kinderfreibetrag.

Viele Begriffe - was genau ist denn nun der Kinderfreibetrag?

Mit "Kinderfreibetrag" ist genau genommen ein Freibetrag für das so genannte "sächliche Existenzminimum des Kindes" gemeint. Zusätzlich gibt es seit 2002 einen Erziehungsfreibetrag, der auch "Ausbildungsfreibetrag" genannt wird und in der Langfassung des Gesetzgebers "Freibetrag für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung" heißt. Der Erziehungsfreibetrag hat den Betreuungsfreibetrag abgelöst, der bis einschließlich 2001 galt.

In der Alltagssprache werden diese Freibeträge häufig zusammengefasst: Der Begriff "Kinderfreibetrag" meint dann den Gesamtbetrag aus dem eigentlichen Kinderfreibetrag fürs sächliche Existenzminimum und dem Erziehungsfreibetrag.

Wie hoch sind der Kinderfreibetrag und der Erziehungsfreibetrag?

Der Staat unterstützt Eltern jedes Jahr pro Kind mit diesen Freibeträgen bei der Einkommensteuer:

SteuerjahrKinderfreibetragErziehungsfreibetragGesamt
Stand: Juni 2017
20184788 Euro2640 Euro7428 Euro
20174716 Euro2640 Euro7356 Euro
20164608 Euro2640 Euro7248 Euro
20154512 Euro2640 Euro7152 Euro
2014 bis 20104368 Euro2640 Euro7008 Euro

Günstigerprüfung: Kindergeld oder Kinderfreibetrag?

Der Kinderfreibetrag und der Erziehungsfreibetrag werden bei der Einkommensteuer nur dann berücksichtigt, wenn sei mehr Einkommensteuer sparen, als das im laufenden Jahr erhaltene Kindergeld hoch. Das Finanzamt prüft automatisch, ob der Kinderfreibetrag oder das Kindergeld finanziell besser für Sie ist und wendet den besseren Weg an (so genannte Günstigerprüfung).

Diese Günstigerprüfung findet nur bei der Einkommensteuer statt. Beim Solidaritätszuschlag (SolZ) und bei der Kirchensteuer (KiSt) wird immer der Kinderfreibetrag berücksichtigt. Das bedeutet konkret: Selbst wenn Sie Kindergeld bekommen, rechnet das Finanzamt bei SolZ und KiSt trotzdem den Kinderfreibetrag an.

Voraussetzungen für den Kinderfreibetrag

Für den Kinderfreibetrag zählen Kinder vom Geburtsmonat bis zum 18. Lebensjahr. Bei Kindern über 18 Jahren, kann das Kindergeld bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs weitergezahlt werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Zum Beispiel wenn das Kind studiert oder eine Ausbildung durchläuft. Achtung: Das Kind nicht zu viel eigenes Geld verdienen. Konkret gelten für den Kinderfreibetrag die selben Regeln und Voraussetzungen wie fürs Kindergeld.

Artikel und Nachrichten zum Kinderfreibetrag:

Erhöhung: Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag und Kindergeld 2015-2016

vom 28. Juli 2015 (aktualisiert am 25. November 2015)

Um welche Beträge die Bundesregierung den Grundfreibetrag 2015 und 2016 erhöht. Auch Kinderfreibetrag, Kindergeld und Kinderzuschlag steigen.[weiterlesen...]

Kindergeld auch bei freiwilligem Wehrdienst

vom 30. Januar 2015 (aktualisiert am 06. März 2015)

Unter welchen Voraussetzungen die Familienkasse Kindergeld oder Kinderfreibetrag bei volljährigen Wehrdienstleistenden gewähren muss.[weiterlesen...]

2009: Mehr Geld für Familien und haushaltsnahe Dienstleistungen

vom 09. Januar 2009 (aktualisiert am 17. April 2009)

Diese Steuervergünstigungen gelten seit 2009 für Kindergeld, Kinderfreibetrag, haushaltsnahe Dienstleistungen, Handwerkerrechnungen und Schulkostenzuschuss.[weiterlesen...]

BFH prüft: Zahlen Familien zu viel Steuern?

vom 06. Januar 2009 (aktualisiert am 05. Oktober 2015)

Wie Familien mit Kindern ihre Chance auf eine dicke Steuervergünstigung wahren.[weiterlesen...]

Kindergeldanspruch: Alle 3 Monate bei Agentur für Arbeit melden

vom 12. September 2008 (aktualisiert am 26. Februar 2010)

Warum der Anspruch aufs Kindergeld verfällt, wenn sich das Kind nicht regelmäßig bei der Agentur für Arbeit meldet.[weiterlesen...]

Semestergebühren sind absetzbare Ausbildungskosten (FG-Urteil)

vom 07. August 2008 (aktualisiert am 05. März 2012)

Unter welchen Voraussetzungen Studenten ihren Semesterbeitrag als Ausbildungskosten absetzen und ihre kindergeldschädliche Verdienstgrenze senken.[weiterlesen...]

Allein unterhaltspflichtigem Elternteil steht nur der halbe Kinderfreibetrag zu

vom 07. Mai 2008 (aktualisiert am 26. Februar 2010)

Kinderfreibetrag und Kindergeld stehen selbst dann beiden Eltern zu, wenn nur ein Elternteil finanziell für das Kind aufkommt, entschied der Bundesfinanzhof (BFH, Aktenzeichen: III R 71/06). Geschiedene oder getrennt lebende...[weiterlesen...]

Kindergeld: Versicherungsbeiträge und Lohnsteuer mindern nicht die Einkünfte des Kinds

vom 17. März 2008 (aktualisiert am 31. Juli 2014)

Die Einkünfte eines Kinds dürfen nicht um die Lohnsteuer, Kirchensteuer oder um Beiträge für Krankenzusatzversicherungen, eine private Rentenversicherung oder Kfz-Haftpflichtversicherung gemindert werden, entschied der...[weiterlesen...]

Die wichtigsten Steueränderungen des Jahres 2008 auf einen Blick

vom 10. Januar 2008 (aktualisiert am 09. Mai 2016)

AfA bis Zinsen: Welche Gesetzesänderungen 2008 Steuerzahler kennen sollten und wo sie weiterführende Steuerinformationen bekommen.[weiterlesen...]

Mehrwertsteuererhöhung: Verfassungsbeschwerde gescheitert

vom 10. Januar 2008 (aktualisiert am 31. Juli 2014)

Ein Ehepaar mit sechs Kindern ist mit einer Klage gegen die Mehrwertsteuererhöhung im Jahr 2007 gescheitert. Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) nahm das Verfahrengar nicht erst zur Verhandlung an (Aktenzeichen: 1 BvR...[weiterlesen...]

Können Geschiedene bald Reisekosten für Kinderbesuche absetzen?

vom 03. August 2007 (aktualisiert am 26. Februar 2010)

Wer geschieden ist und seine beim Ex-Partner lebenden Kinder regelmäßig sehen will, gibt meist viel Geld für Besuchsfahrten aus. Bislang erkennt der Fiskus diese Ausgaben nicht an. Doch das könnte sich bald ändern:...[weiterlesen...]

Kindergeld trotz Vollzeitjobs des Kinds

vom 31. Mai 2007 (aktualisiert am 30. November 2010)

Auch wenn Ihr volljähriges Kind über mehrere Monate einem Vollzeitjob nachgeht, haben Sie als Eltern während dieser Monate Anspruch auf Kindergeld. Die Voraussetzung: Die Einkünfte Ihres Kinds überschreitet nicht den...[weiterlesen...]

Kindergeld: Etappensieg für Eltern

vom 28. September 2006 (aktualisiert am 31. Juli 2014)

Kindergeld für den volljährigen Nachwuchs in einer Ausbildung gibt es nur, solange die Einkünfte des Kinds maximal 7.680 Euro betragen. Auf der Lohnsteuerkarte des volljährigen Kinds bescheinigte Sozialversicherungsaufwendungen...[weiterlesen...]

Kindergeld für getrennt lebende Eltern

vom 26. August 2005 (aktualisiert am 31. Juli 2014)

Nur ein Elternteil hat Anspruch auf Kindergeld, entschied der Bundesfinanzhof (BFH), nämlich derjenige, der das Kind überwiegend betreut (Aktenzeichen: III R 91/03). Problematisch wird die Kindergeldverteilung oft dann, wenn...[weiterlesen...]

Kindergeld bei Aupair-Aufenthalt

vom 17. August 2005 (aktualisiert am 31. Juli 2014)

Eltern haben auch dann Anspruch auf Kindergeld, wenn ihr volljähriges Kind als Aupair-Kraft ins Ausland geht, entschied der Bundesfinanzhof (BFH, Aktenzeichen: VIII R 8/04). Voraussetzung ist, dass das Kind mindestens 10 Stunden...[weiterlesen...]

Kindergeld für vergangene Jahre beantragen

vom 14. Juli 2005 (aktualisiert am 30. November 2010)

Eltern können für die Jahre 2001 bis 2004 nachträglich Kindergeld beantragen. Wie der E-Mail-Dienst des "Steuer-Schutzbriefs" am 27. Mai 2005 berichtete, spielen die Sozialversicherungsbeiträge eines volljährigen Kindes...[weiterlesen...]

Kindergeld-Grenze: Sozialversicherung aus Einkünften herausrechnen

vom 27. Mai 2005 (aktualisiert am 31. Juli 2014)

Beiträge zur Sozialversicherung spielen bei der kindergeldschädlichen Grenze keine Rolle. Das Finanzamt muss aus den Einkünften eines Kinds die Sozialversicherungsbeiträge herausrechnen. Erst bei diesem Ergebnisbetrag kommt es...[weiterlesen...]

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