Was und wie hoch ist der Grundfreibetrag?

Durch den steuerlichen Grundfreibetrag bleibt das Existenzminimum der Bundesbürger steuerfrei. Das gilt für Arbeitnehmer, Selbstständige, Auszubildende und Rentner. Er liegt für das Jahr 2015 bei 8.472 Euro für Ledige und 16.944 Euro für zusammenveranlagte Verheiratete. 2014 waren es noch 8.354 Euro für Ledige und 16.708 Euro für zusammenveranlagte Verheiratete. Nur wenn das Einkommen nach verschiedenen Abzügen über dieser Grenze liegt, fallen Steuern an.

Aktueller Hinweis für Rentner: Der Grundfreibetrag 2016 steigt geringer als die Rentenerhöhung ab 1. Juli 2016. Dadurch überschreiten im Jahr 2016 rund 70.000 Rentner den Grundfreibetrag und werden steuerpflichtig, müssen also eine Steuererklärung abgeben.

Steuer-Tipp: Erfahren Sie rechtzeitig von solchen Steuererhöhungen und wie Sie gegensteuern, melden Sie sich dazu für unseren kostenlosen Steuer-Newsletter an - wir halten Sie gerne auf dem Laufenden.

Der Grundfreibetrag ist bereits in die Steuertabellen eingearbeitet. Steuerzahler müssen nichts mehr tun, um ihn zu bekommen.

Alle Grundfreibeträge 2007 bis 2016 in Deutschland
JahrLedigeVerheiratete
Grundfreibetrag 20168.652 Euro (aktuell)17.304 Euro (aktuell)
Grundfreibetrag 20158.472 Euro*16.944 Euro*
Grundfreibetrag 20148.354 Euro16.708 Euro
Grundfreibetrag 20138.130 Euro16.260 Euro
Grundfreibetrag 20128.004 Euro16.007 Euro
Grundfreibetrag 20118.004 Euro16.007 Euro
Grundfreibetrag 20108.004 Euro16.007 Euro
Grundfreibetrag 20097.834 Euro15.667 Euro
Grundfreibetrag 20087.664 Euro15.329 Euro
Grundfreibetrag 20077.664 Euro15.329 Euro
Stand: 25. April 2016

* Grundfreibetrag 2015 ist rückwirkend gestiegen

Die Bundesregierung hat am Mittwoch, 25. März 2015, beschlossen, den Grundfreibetrag 2015 sowie weitere Freibeträge nachträglich zu erhöhen. Der Bundestag hat die Gesetzesänderung im Juni 2015 beschlossen und der Bundesrat im Juli 2015 zugestimmt. Damit ist die Erhöhung wirksam.

Für Ledige erhöhte sich der Grundfreibetrag 2015 um 118 Euro auf 8.472 Euro sowie der Grundfreibetrag 2016 um zusätzliche 180 Euro auf 8.652 Euro. Für zusammenveranlagte Ehepartner bedeutete das eine Erhöhung für 2015 um 236 auf 16.944 Euro und für das Steuerjahr 2016 um weitere 360 auf 17.304 Euro.

Der Grundfreibetrag 2015 stieg rückwirkend zum 1. Januar 2015. Die Arbeitgeber berücksichtigten den neuen Freibetrag beim Lohnsteuerjahresausgleich in der Dezemberabrechnung.

Mit dem zugrunde liegenden "Gesetz zum Abbau der kalten Progression und zur Anpassung von Familienleistungen" setzte die Bundesregierung die Mindestvorgabe des so genannten "Zehnten Existenzminimumberichts" um. In diesem wurde berechnet, dass der Grundfreibetrag 2015 und 2016 wenigstens um die oben genannten Beträge steigen müsse, um der Verfassung zu entsprechen. Denn der Staat darf nicht das Erwerbseinkommen besteuern, das zum Bestreiten des notwendigen Lebensunterhalts erforderlich ist.

Grundfreibetrag 2013 rückwirkend erhöht

Der Grundfreibetrag wurde im Februar 2013 rückwirkend zum 1. Januar 2013 auf 8.130 Euro erhöht. Zum 1. Januar 2014 stieg er um 224 auf 8.354 Euro. Diese beiden Erhöhungen gehen auf einen Einigungsvorschlag des Vermittlungsausschusses zurück, nachdem das Gesetzesvorhaben der Bundesregierung zur Bekämpfung der kalten Progression im Mai 2012 an den SPD-geführten Ländern im Bundesrat gescheitert war.

Wie der Grundfreibetrag bei Arbeitnehmern berücksichtigt wird

Der Grundfreibetrag hängt von Ihrer Steuerklasse ab (hier berechnen Sie Ihre beste Lohnsteuerklasse):

  • Steuerklasse I: ein Grundfreibetrag
  • Steuerklasse III: zwei Grundfreibeträge für beide Ehepartner zusammen
  • Steuerklasse V: kein Freibetrag
  • Steuerklasse IV: jeweils ein eigener Grundfreibetrag für die einzelnen Ehepartner

Er ist bereits in die monatlichen Lohnsteuertabellen und in die Steuerrechner eingearbeitet. Auch die Lohn- und Gehaltsabrechnungssoftwares der Arbeitgeber berücksichtigen den Freibetrag automatisch.

Um die Steuertabellen oder Steuerrechner zu nutzen, ermitteln Sie Ihr zu versteuerndes Einkommen. Dazu ziehen Sie von der Summe Ihrer Einnahmen folgende Posten ab, falls vorhanden:

Anhand dieses Ergebnisses lesen Sie in der folgenden Tabelle Ihre Steuerschuld ab. Es handelt sich um einen Auszug (**) der Steuertabelle für das Jahr 2013:

Hinweise:
** Wir haben das zu versteuernde Einkommen in 1.000-Euro-Schritten aufgeführt, ab 20.000 Euro in 2.000-Euro-Schritten. Die ausführlichen Tabellen enthalten 1-Euro-Schritte.
*** Beim Solidaritätszuschlag (SolZ) gibt es eine Freigrenze von 972 Euro für Ledige und 1.944 Euro für Verheiratete
Stand: März 2013
zu versteuerndes Einkommen pro Jahr (in Euro)Grundtabelle für Ledige (in Euro)Splittingtabelle für Verheiratete (in Euro)
EStSoli ***EStSoli ***
7.0000000
8.0000000
9.000128000
10.000294000
11.000478000
12.000681000
13.000903000
14.0001.1413400
15.0001.3897600
16.0001.6359000
17.0001.8881041060
18.0002.1471182560
19.0002.4091324180
20.0002.6771475880
22.0003.2251779560
24.0003.7912091.3620
26.0004.3762411.8060
28.0004.9802742.28268
30.0005.6013082.772152

Beispiel für Grundfreibetrag und Steuerklassen-Tabelle

Beispiel: Petra Hurtig ist Auszubildende und erhält 750 Euro brutto im Monat. Bei 13 Monatsgehältern verdient sie 9.750 Euro im Jahr. Ihre jährlichen tatsächlichen Werbungskosten summieren sich auf 1.750 Euro.

Beispielrechnung: keine Steuern dank des Grundfreibetrags
PostenBetrag
Jahresverdienst9.750 Euro
Werbungskosten- 1.750 Euro
zu versteuerndes Einkommen nach Grundtabelle8.000 Euro

Laut Grundtabelle 2013 beträgt für Ledige (Steuerklasse I) mit einem Jahreseinkommen von 8.000 Euro die Steuerschuld 0 Euro. Der in die Steuertabelle eingearbeitete Grundfreibetrag von 8.130 Euro sorgt automatisch dafür, dass die Auszubildende keine Steuern zahlen muss.

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