AfA-Bemessungsgrundlage bei teilentgeltlichem Erwerb eines Zweifamilienhauses, BFH, IX R 54/02

BFH, IX R 54/02, nicht veröffentlichtes Urteil

Entscheidungsstichwort:

Kann beim Erwerb eines Zweifamilienhauses von den Eltern gegen a) Einräumung des lebenslänglichen dinglichen Wohnrechts für die Eltern an der Erdgeschosswohnung zuzüglich weiterer Versorgungsleistungen und Zahlung eines Gleichstellungsgelds sowie b) Zahlung eines Kaufpreises von 160.000 DM für die Wohnung im Dachgeschoss der Kaufpreis von 160.000 DM vollumfänglich der vermieteten Dachgeschosswohnung zugeordnet und hieraus – nach Abzug des anteiligen Grund- und Bodenwerts – die AfA berechnet werden oder ist – wie das Finanzamt meint – der Kaufpreis von 160.000 DM auf beide Wohnungen aufzuteilen, sodass sich die Bemessungsgrundlage für die bei den Vermietungseinkünften abziehbare AfA entsprechend mindert?

Leitsatz Urteil:

Ist ein erworbenes Zweifamilienhaus-Grundstück in (neben dem Grund und Boden) zwei eigenständige Wirtschaftsgüter bildende Gebäudeteile (fremdvermietete Wohnung sowie einem Wohnungsberechtigten überlassene Wohnung) aufzuteilen, so ist die von den Vertragsparteien vorgenommene Aufteilung des Kaufpreises auf einzelne Wirtschaftsgüter grundsätzlich der Besteuerung – auch in Fällen der gemischten Schenkung – zugrunde zu legen. Dies gilt auch, wenn nicht ein Gesamtkaufpreis, sondern von vornherein Einzelpreise für Einzel-Wirtschaftsgüter beziehungsweise bestimmte Leistungen vereinbart werden.


 

Begriffserklärung:

Beim "Entscheidungsstichwort" handelt es sich um den grundsätzlich zu entscheidenden Fall, in Frageform vom Gericht erstellt.

Der "Leitsatz" verdichtet den Inhalt des Urteils zu einem oder mehreren wesentlichen Sätzen. Er wird vom Gericht erstellt.

"SSB-Kurzfassung" weist auf eine journalistische Bearbeitung des Falls von der Redaktion des Steuer-Schutzbriefs (SSB) hin. Wir arbeiten daran, nach und nach alle Einspruchsgründe mit einer solchen Kurzfassung zu versehen.