(St)erbe lieber steuerfrei

vom 24. Oktober 2008 (aktualisiert am 20. Oktober 2013)
Von: Lutz Schumann

Liebe Leserin, lieber Leser,

Deutschland läuft wieder einmal Gefahr, im internationalen Steuerwettbewerb einen wichtigen "Kunden" zu verlieren: den Porsche-Clan. Um ihre Erben vor dem Zugriff des deutschen Fiskus zu schützen, liebäugeln die Familien Porsche und Piëch laut eines Artikels des "Manager Magazins" damit, den Stammsitz der Porsche Automobil Holding von Stuttgart nach Österreich zu verlegen. Ein Porsche-Sprecher stritt den Umzugsplan auf Anfrage des Nachrichtendienstes "Dow Jones Newswire" ab.

Das "Manager Magazin" berief sich in seinem Artikel auf "Familienkreise". Der Steuern sparende Trick würde so funktionieren: Die Anteile der Holding wurden bereits auf österreichische Privatstiftungen übertragen. Verlegte man nun den Sitz der Porsche-Holding nach Österreich, entstünde ein österreichisches Unternehmen. So fiele im Erbfall keine deutsche Erbschaftsteuer an. In Österreich ohnehin nicht, weil es dort seit 31. Juli 2008 keine Erbschaftsteuer mehr gibt.

Der österreichische Steuerberater Dieter Hafner aus Graz bestätigte gegenüber dem Steuer-Schutzbrief das geschilderte Steuersparmodell, für das es ausreicht, wenn nur eine kleine Holding ihren Sitz nach Österreich verlegt. Übrigens: Bei diesem Gestaltungsmodell geht es ausschließlich um die Erbschaftsteuer. Das automobilherstellende Tochterunternehmen, die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, bliebe weiterhin in Stuttgart ansässig und würde in Deutschland seine Steuern zahlen.